Ist die Energiewende bisher nur eine Stromwende?

Die Umstellung der Stromproduktion von fossilen Energiequellen auf Erneuerbare Energien ist in der öffentlichen Wahrnehmung die bisherige Energiewende. Hierzu wurden bisher auch am meinsten Gesetze und Verordnungen erlassen und die große Mehrzahl von Studien beschäftigt sich mit dem Stromsektor.

Auch diese Seiten enthalten bisher überwiegend Informationen welche die Stromproduktion betreffen, weil hierzu entsprechende Daten aufgrund gesetzlicher Anforderungen (Bau-Genehmigung von Anlagen bzw. Vergütung und damit Veröffentlichungspflicht durch das EEG) verfügbar sind.

Die Transformation des Energiesektors ist nicht nur die Umstellung von fossilien Energiequellen zu Erneuerbaren, sondern dabei auch

  • die Änderung von zentraler zu dezentraler Herstellung
  • Veränderung in der Produzent-"landschaft": von den "großen Vier" Energieversorgern zu "Bürgerenergie" durch "Energiewirte", Genossenschaften und kommunale Stadtwerke
  • Veränderung im Leitungsnetz: von dem Versorgungsnetz zum "Einspeise"netz
  • Veränderung in der Planung von Raumordnung und Planfestellungsverfahren zu Bundesplanung mit Netzentwicklungsplan (NEP) und dem Netzausbaubeschleunigungsgesetz (Nabeg)

also die gemeinsame Veränderung in unterschiedlichen Bereichen mit verschiedenen Entwicklungszuständen.

Eine kurze Geschichte der Stromwende

Das Stromeinspeisegesetz (StromEinspG) aus dem Jahr 1990 ist der Vorläufer des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Erstmals wurden Elektrizitätsversorgungsunternehmen verpflichtet, elektrische Energie aus regenerativen Quellen (§1 "...ausschließlich aus Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie, Deponiegas, Klärgas oder aus Biomasse ...") abzunehmen und zu vergüten.

Mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 2000 wurden weitere Ziele festgeschrieben, dieses Gesetz  (5 Seiten!) sollte nun im Namen des Klimaschutzes

  • eine nachhaltige Entwicklung in der Energieversorgung ermöglichen,
  • die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung durch die Einbeziehung externer Kosten darstellen und langfristig reduzieren,
  • fossile Energieressourcen schonen und
  • die technologische Weiterentwicklung von Erzeugungsanlagen von Strom aus regenerativen Quellen fördern.

Dazu wurde im Gesetz festgeschrieben:

  • eine Anschluss- und Abnahmeverpflichtung der Netzbetreiber
  • degressive Vergütungssätze für den eingespeisten Strom

Die erste Novellierung von 2004 umfasste Anpassungen an die EU Richtlinie 2001/77/EG zum Elektrizitätsbinnenmarkt, sowie eine Besserstellung der Betreiber (keine Pflicht zum Abschluss von Einspeiseverträgen).

In den Novellierungen von 2009 und 2012 wurden neben einer höheren Degression der Vergütungssätze, auch Regelungen zu Altanlagen und Übergangsfrsiten, sowie Maßnahmen zu Netzmanagement (Abregelung der Leitstung) und Einführung von Marktprämien-Modellen.

Mit der Novellierungen von 2014 wurden Ausbaupfade (Höchstgrenzen zum jährlichen Ausbau) für die einzelnen Energieträger festgelegt. Bei Überschreitung der Höchstgrenzen sinken vie Vergütungen automatisch stärker (atmender Deckel). Bei Photovoltaik wird bei Anlagen über 10 kW selbst produzierter und selbst verwendeter Eigenstrom mit einer Abgabe belastet (Sonnensteuer). Zudem werden nun Förderungen für Freiflächen-Anlagen über Ausschreibungen vergeben.

Festgelegt ist eine Novellierung im Jahr 2016, dabei sollen die Direktvermarktung durch Ausschreibungen verpflichtend werden und damit das bisherige Modell mit den festen Einspeisevergütungen ersetzen.

Energiedaten bisher eher Stromdaten

Aufgrund der Historie der gesetzlichen Regelungen zur Produktion von elektrischer Energie existieren zumindest einige Daten zu Produktions-Anlagen("EEG-Anlagen"), soweit diese im §§14,15  (EEG 2004/2006) bzw. §§ 45 bis 52 (EEG 2009/2012) beschrieben sind. 

Damit sollte die Meldung jeder einzelenen Anlage über den Netzbetreiber unverzüglich auf den Internetseiten veröffentlicht werden. In der Praxis werden Inbetriebnahmen eines größeren Zeitraums (Quartal) zusammengefasst.

Anlagen aus Nordwestmecklenburg sind über die Netzbetreiber beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH gemeldet.

Hier finden Sie:

Seit August 2014 führt die Bundesnetzagentur ein Anlageregister.

Sowohl aus Gründen des Datenschutzes (kleinere Betreiber in kleinen Orten eindeutig idenifizierbar), als auch durch fehlerhafte Übertragung von Daten zum Übertragungsnetzbetreiber sind diese Daten oft nicht als Geodaten nutzbar, das heißt die Anlage ist nicht eindeutig in unseren Karten zu verorten.

Da sich die verfügbaren Daten zumeist auf Strom beziehen, sind demzufolge auch Daten zu Verbrauch und Potenzialen oft "stromlastig" ermittelt.